| Supervision: | |||
| Als Gestalttherapeutin und Supervisorin kenne ich Supervision von beiden Seiten, als Supervisandin und als
Supervisorin. Ich habe die Tatsache, dass ich in Supervision gehen kann immer als sehr hilfreich und unterstützend gefunden und habe auch viel
von den Kolleginnen und Kollegen sowie dem Supervisor gelernt. Eine unverzichtbare Zeit für mich, auch wenn ich oft verunsichert war und mir
manches peinlich war. Es war Futter für meine Neugier, es war ein unverzichtbarer Teil meiner Ausbildung und ist immer noch als Intervision,
seltener als Supervision, ein unverzichtbarer Teil meines Therapeutinnenlebens. Vor langer Zeit begann ich mit frei ausgeschriebenen Supervisionsgruppen für Menschen, die in psychosozialen Berufen arbeiteten. Auch Einzelsupervisionen aus diesem Bereich machte ich häufig. Später kamen dann mehr und mehr Teamsupervisionen dazu und mit meinem zunehmenden Alter und daher auch mit zunehmender Erfahrung immer mehr Supervisionen von jüngeren KollegInnen, zum Teil aus dem Weiterbildungsbereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie zum Teil aber auch von KollegInnen, die ihre Ausbildung schon abgeschlossen haben oder von anderen Fachrichtungen. Das sind immer sehr fruchtbare Begegnungen, die mir sehr wertvoll sind. |
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| Supervision ist also eine Methode, mit der berufliche Fragen, Probleme und Konflikte zielgerichtet bearbeitet
werden.Gegenstand der Supervision ist die berufliche Tätigkeit, also die Interaktion der SupervisandInnen mit Klienten oder Patienten, KollegInnen
und Vorgesetzten, das Feld in dem er/sie arbeitet, bei Fallsupervision durchaus auch das Weitergeben von Wissen und Erfahrung. Ziel der Supervision ist, die Qualität der Arbeit zu verbessern, die eigenen Kompetenzen zu erweitern, die SupervisandInnen beim Aufbau von befriedigenden Arbeitsverhältnissen zu unterstützen, den beruflichen Erfolg zu unterstützen. Bei einer therapeutischen Supervision geht es um mehrere Dinge:
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| Ich beziehe mich jetzt auf Kurt Buchinger und sein Buch: Zukunft der Supervision, weil mir diese Definition gut
gefällt. Er sagt: Supervision - interventionspraktische Kompetenz zur professionellen Steuerung eines Prozesses. Meine Steuerung liegt die Integrative Gestalttherapie zu Grunde, mit deren Methoden ich supervidiere und darauf achte, dass die Reflexion über den Gegenstand der Arbeit der Arbeitsfähigkeit des Klienten oder des Klientensystems dient. Die Methode bestimmt mit, welche Aspekte des jeweiligen Gegenstandes in den Vordergrund kommen. Ich bin also von meiner Identität Gestalttherapeutin, die Supervision dazugelernt hat. Ich zitiere nochmals jetzt Kurt Buchinger und seine Ansicht über Lehrsupervision: Kandidaten und Kandidatinnen der Psychotherapie müssen im Rahmen ihrer Ausbildung die Tätigkeit, die sie erlernen wollen, unter Supervision ausüben. Von Lehrtherapeutin oder Lehrbeauftragten, der/die die Supervision durchführt, wird üblicherweise bloß die besondere Qualifikation in dieser seiner Profession verlangt. Die Erfüllung von Standards professioneller Supervision spielt dabei meist keine Rolle. Das ist verständlich. Geht es in der Ausbildungssupervision doch primär um den Erwerb des methodischen Repertoires des jeweiligen Berufs durch den Kandidaten. Die Reflexion der eigenen Berufsrolle etwa, sowohl im Rahmen der ausbildenden Institution als auch im Vergleich zu benachbarten Berufen, ist meist kein eigenes Thema. Erst dafür aber wäre eine eigene supervisorische Qualifikation zusätzlich zur Basisqualifikation sinnvoll. Lernziele dieser Art sind traditionell nicht als Teil der formellen Ausbildung vorgesehen. |
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| Für die Zielsetzung der Ausbidungsinstitutionen ist daher ein erfahrener Vertreter oder eine erfahrene Vertreterin
des jeweiligen Berufs der geeignete Supervisor. Den Gegenstand dieser supervisorischen Tätigkeit scheint kein ausreichender Unterschied zum Gegenstand der eigenen professionellen Arbeit im supervidierten Feld zugestanden zu werden, um Supervision hier als eigene professionell qualifizierte Tätigkeit definieren zu müssen. Dennoch kann man der Auffassung sein, dass auch für die Ausbildungs- und Fallsupervision in jenen Berufen, die über ein eigenes reflexives Methodenrepertoire verfügen, eine zusätzliche supervisorische Kompetenz von Nutzen sein - etwa für die Bearbeitung von Fragen, die zwar nicht unmittelbar die professionelle berufliche Interaktion betreffen, aber dennoch für die Berufsausbildung von Bedeutung sind. (Kurt Buchinger: Zukunft der Supervision, 1999, S 114f) Um eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Teamsupervision zu installieren, sind mir folgende Punkte wichtig:
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| Zum Methodenvergleich: Ich verwende hauptsächlich zwei Methoden, Integrative Gestalttherapie und systemische Familientherapie. Die Forderung des humanistisch-psychlogischen Ansatzes, wie er von z.B. von Perls und Staemmler-Bock vertreten wird sich dauernd kreativ und spontan ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Gegenheiten zu entfalten, wird z.B. von Astrid Scheyogg kritisiert. Sie sieht das als Verneinung der Notwendigkeit von gesellschaftlichem Eingebundensein, von Disziplin und Rationalität und der Sicherheit, die daraus resultiert. Ich halte Rationalität und Disziplin für strukturierend und gesellschaftliches Eingebundensein für eine Voraussetzung menschlicher Entwicklung. Ich verwende in Supervisionen sowohl Elemente aus der Gestalttherapie als auch aus der systemischen Therapie, je nach dem, was mir im momentanen Prozeß nützlich erscheint. Selbstverständlich ist für mich der Respekt vor den Supervisanden, meine Wertschätzung ihrer Tätigkeit, meine Verschwiegenheit, das Akzeptieren von Grenzen sowohl der Supervisanden und ihren Tätigkeiten. Psychotherapeutische Supervision Qualifikation: Ausbildung in einer wissenschaftlich anerkannten Methode, langjährige Beruferfahrung Es geht um Erweiterung beruflicher Kompetenz, oft auch Lösung von Problemen, deren Ursache sowohl ein "blinder Fleck" als auch Nichtwissen sein kann. Die kontinuierliche therapeutische Arbeit zwingt dazu sich dauernd sowohl mit sich selbst zu beschäftigen, als auch das Wissen dauernd zu vermehren. Entweder ist dann wieder einmal ein Stück Eigentherapie fällig, oder man muß etwas nachlesen. Das Beantworten von Settingfragen des Therapeuten, der in Supervision kommt, angefangen von - wie begrüße ich meine Klientin, wie ist unsere Position im Praxisraum, gehe ich mit meiner Klientin ein Stück Weg gemeinsam, wenn wir uns auf der Straße treffen und ähnliches, gibt Struktur und damit Sicherheit. Mir ist es wichtig, wertschätzend, empathisch und ressuorcenorientiert vorzugehen. Dann kann man vertrauen, sich öffnen und kann lernen. Die Art meiner Arbeit hat Modellcharakter, das heißt, die Supervisandin wird ähnlich arbeiten wie ich. Ich interessiere mich für den Supervisanden, die Supervisandin, wie sind seine/ihre Lebenszusammenhänge, die Arbeitssituation, steht er/sie unter privatem oder beruflichem Druck oder sind das einfach die Unsicherheiten, wenn man zu arbeiten anfängt. Also was braucht genau dieser Mensch, um in eine sichere Identität als Gestalttherapeutin hineinzuwachsen. Arbeite ich in Teamsupervisionen durchaus oft mit systemischen Methoden wie z.B. zirkulärem Fragen oder Aufstellungen, so arbeite ich in therapeutischen Supervisionen viel und gerne mit dem leeren Stuhl und mit Rollenspiel. Besonders bei der Arbeit mit Therapeuten, die mit Kindern und Jugendlichenarbeiten, bewähren sich diese Techniken immer wieder. Je jünger ein Kind ist, um so mehr ist es von seinem Lebenstraum abhängig, entsprechend einem Organismus in seiner Umwelt, seinem Feld. Um so wichtiger ist es daher, mit den Eltern, vielleicht auch der Schule zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung des Ganzen, des Feldes und des Organismus zu fördern. Das ist manchmal schwierig, weil sich bei dem Bestreben, das kind zu unterstützen durchaus eigene, unaufgearbeitete Elterngeschichten einmischen können, z.B. in Form von Zorn oder Angst. Das beeinträchtigt die Therapie dann. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von Erwachsenentherapie, die zu wissen nützlich ist. |
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Ich habe hier versucht das, was mir bei dem Thema Supervision wesentlich erscheint, kurz darzustellen. Nochmals
betonen möchte ich, am Wichtigsten ist mir ein wertschätzender, sorgsamer und sorgfältiger Umgang mit den SupervisandInnen, der einen sicheren,
guten Platz schafft für Vertrauen, persönliches Lernen und Entwicklung, eine klare Struktur und der theorethische Hintergrund. Literatur:
Supervision in Österreich 99, 2000 ÖVS Supervision und Coaching, Friedrich W. Wilker (Hrsg.) dvp Die Zukunft der Supervision, Kurt Buchinger Carl-Auer-Systeme Verlag Supervision - Tradition, Ansätze und Perspektiven, Ingeborg Luif (Hrsg.) Verlag Orac Handbuch der Gestalttherapie, Rainhard Fuhr - Milan Streckovits - Martina Gremmler-Fuhr (Hrsg.) Hogrefe |
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| ARTIKEL: Das Besondere in der Supervision |
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| Über Hilde Heindl | |||
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Hilde Heindl Psychotherapeutin Integrative Gestalttherapeutin Kalvarienberggasse 46/11 1170 Wien Telefon & Fax: 43-1-403 33 88 mailto: |
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